Black History Month mit Anton Wilhelm Amo Erbschaft

Viele unter Euch haben uns auf unsere Facebook Seite gefragt: Wer seid ihr überhaupt? Pünktlich zum Black History Month möchten wir gerne unser Projektteam vorstellen.

Schreibt uns auch gerne an, wenn ihr auf unseren Newsletter aufgenommen werden möchtet

Mailingliste: decolonize-niedersachsen@lists.riseup.net

Wir freuen uns auf Euch!

Euer Team

Anton Willhelm Amo Erbschaft

Ein zentraler Meilenstein unser Projektskizze bilden die „Amo Audio Walks & Talks“. Während unser Projekt immer weiter wächst und Gestalt annimmt, so werden auch nun die Ideen zu diesem Meilenstein konkreter. Als breit aufgestelltes Team mit unterschiedlichen Positionierungen und akademischen Hintergründen, möchten wir mit unserem Projekt den positiven Blick auf die Schwarze Geschichte in unserem Land richten, die Möglichkeiten zum Perspektivenwechsel geben und Mut machen den transkulturellen sowie interregionalen Dialog in der Gesellschaft Niedersachsens voranzubringen.

Team-Brainstorming während unseres Kick-Off am 14.02.2021 über Orte, die in Verbindung mit Amo stehen

Über die biographische Orientierung an Anton Wilhelm Amo und den Stationen, an welchen er gelebt hat und gewirkt hat, werden wir sein Erbe sichtbar machen. Ergänzt werden soll der Stadtrundgang durch eine interaktive Karte, die entsprechende Gedenkstationen und Informationen dazu liefert.

Einige Stationen Amos werden bereits durch die regionalen Stadtrundgänge unserer Kooperationspartner*innen in Braunschweig von Amo Braunschweig Postkolonial bekannter gemacht. Jedoch gibt es noch mehr Orte in Niedersachsen, die wir erkunden und in den nächsten Jahren nach und nach bekannt machen möchten. Wir werden auf Spurensuche gehen. Wenn wir in Niedersachsen die Stationen zu Amo gefunden und zusammengeführt haben, planen wir später unsere Arbeit mit unseren Partner*innen in Sachsen-Anhalt und Thüringen zu verbinden und zu einem digitalen, überregionalen und länderübergreifenden Stadtrundgang zur Geschichte von Anton Wilhelm Amo zu erweitern. Bei der Umsetzung orientieren wir uns an der Arbeit von Mitstreiter*innen aus anderen aktivistischen Gruppen, z.B. dem Audio Guide & Karte von Potsdam Postkolonial, welche bereits wertvolle Beiträge im Bereich der dekolonialen Bildungsarbeit geleistet haben.

Wir sind gespannt auf die kommende Arbeit und freuen uns, wenn wir in den kommenden Wochen euch auf unserer Seite den digitalen Rundgang quer durch Deutschland „Anton Wilhelm Amo Audio Walk and Talk“ vorstellen können.

Bis Bald!
Eurer AWAE Team

Hallo ihr Lieben,

Es is Black History Month, also lasst uns afrodiasporische bzw. afropäische Geschichte in Deutschland feiern! Hierzu passend gibt es nun einen spannenden Podcast von @solidaripod über unser Projekt.

Diesen findet ihr hier: #46 – Geschichte rassismuskritisch aufarbeiten.

In diesem 14-minütigen Podcast könnt ihr unser Projekt besser kennenlernen. Außerdem erfahrt ihr mehr darüber, warum es so wichtig ist sich kolonialen Strukturen bewusst zu werden und mit kolonialen Kontinuitäten zu brechen. Hierbei stehen vor allem eine rassismuskritische Aufarbeitung der Geschichte mit Blick auf die Deutsche Verantwortung in Sklavenhandel und Kolonialismus im Fokus.

Vielen lieben Dank an dieser Stelle auch an Helena Schmidt. Wir wünschen euch viel Spaß mit dem Podcast und freuen uns wie immer von euch zu hören.

Euer Team Anton Wilhelm Amo Erbschaft

**** English – Please Note ****

In context of the Black History Month, we are happy to share with you an exciting podcast from @solidaripod about our project. Unfortunately, the podcast is only available in German. As we usually try to make available our content in English, we are very sorry that we cannot provide a translation.

Stellungnahme zum Artikel vom 31.1.2021 in der HAZ von Simon Benne
vom Projektteam ‚Anton Wilhelm Amo Erbschaft‘ aus weißer Perspektive

Der folgende Text ist die Kurzversion unserer Stellungnahme. Die lange Version findet ihr hier.

Warum wird auch 100 Jahre nach dem offiziellen Ende der deutschen Kolonialzeit weiterhin Dekolonisierung sowie die kritische Aufarbeitung und Auseinandersetzung mit der deutschen Kolonialgeschichte gefordert?

Die Notwendigkeit der intensiven Auseinandersetzung mit der Geschichte von Rassismus, der Aufarbeitung der deutschen Kolonialvergangenheit und der Beteiligung am Sklavenhandel sowie der kritischen Reflexion von kolonialen Kontinuitäten, demonstriert Simon Benne in seinem Artikel vom 31.1.2021 in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ). 

Wir wollen hiermit Stellung zu diesem Artikel nehmen, in dem das Projekt „Anton Wilhelm Amo Erbschaft“ mit einer Darstellungsweise in Verbindung gebracht wird, von der wir uns distanzieren. Anhand dieses Negativbeispiels wollen wir aufzeigen, was Journalist*innen unbedingt vermeiden müssen, wenn sie sich rassismuskritisch und mit der Sichtbarkeit Schwarzer Geschichte sowie weißen kolonialen Kontinuitäten auseinandersetzen wollen.

Der Autor reproduziert auf verschiedenen Ebenen Rassismus durch die Verwendung rassistischer Sprache und Darstellungen. Egal wie oft Menschen, die sich seit Jahren aktivistisch und auch beruflich mit Rassismuskritik, Dekolonialisierung und Antidiskriminierungsarbeit beschäftigen, darauf hinweisen, wie struktureller Rassismus funktioniert und wie Sprache diesen aufrechterhält: Der Autor glaubt, es besser zu wissen. Egal, wie oft Schwarze Menschen darauf hinweisen, welche Fremdbezeichnungen (wie das M-Wort) auf problematische Weise in einer kolonialrassistischen Tradition stehen und deswegen vermieden werden sollten: Der Autor benutzt diesen Begriff weiter.

Darüber hinaus nimmt der Autor entgegen guter journalistischer Praxis den interviewten Expert*innen die Möglichkeit, ihre Zitate und Bilder im Kontext autorisieren zu lassen. Seine Verhaltensweise uns gegenüber empfinden wir nicht nur als respektlos, sondern sie liefert ein Beispiel von White Supremacy, von dem Festhalten an Definitions- und Entscheidungsmacht, an beleidigender Sprache und rassistischer Darstellungsweise.

Der Name Anton Wilhelm Amo hat besonders in Deutschlands dekolonialen Bewegungen eine große Bedeutung. Er steht nicht zuletzt für den über 20-jährigen Kampf für die erfolgreiche Umbenennung der Berliner „M-Straße“. Zugleich wird mit seinem Namen die kritische Auseinandersetzung mit Fremd- und Selbstbezeichnungen verbunden.

Schon in der Überschrift seines Artikels benutzt der Autor das rassistische M-Wort. Und auch im folgenden Text verwendet er wiederholt den Begriff in verschiedenen Variationen, meistens in Anführungszeichen. Dass der Begriff an sich problematisch ist, benennt er jedoch nicht, selbst da nicht, wo er auf die Umbenennung der M-Straße in Berlin in Anton-Wilhelm-Amo-Straße hinweist. 

Die Verwendung rassistischer Sprache und kolonialer Begriffe reproduziert Stereotypen und ist kein „veralteter“ oder „antiquierter“ Stil, wie der Autor seine Begriffsverwendung im Nachhinein zu legitimieren versuchte, sondern überschreitet Grenzen und ist respektlos. Auch Anführungszeichen sind hierbei keine Lösung, sondern diese deuten vielmehr an, dass sich trotz der Problematik bewusst für ein Begriff entschieden wurde.

Der Autor nimmt damit weder eine neutrale Position ein, noch wird er dem aktuellen Diskurs um rassistische Sprache auch nur ansatzweise gerecht. Indem er ausschließlich auf eine Position im Diskurs verlinkt und damit suggeriert, dass das M-Wort doch nicht problematisch sei, verpasst er es, sich mit den Ursprüngen und Hintergründen von strukturellem Rassismus als System und seiner eigenen Positionierung darin als weißer Autor auseinanderzusetzen. Diese unreflektierte und diskriminierende Haltung findet sich jedoch nicht nur in der verwendeten Sprache und in den Verlinkungen, sondern auch in seiner Auswahl der Bilder wieder. Entgegen dem ausdrücklichen Wunsch der interviewten Vertreter*innen aus dem Projektteam, keine „Bilder als Illustrationen“ zu benutzen, verwendet der Autor Darstellungen von Schwarzen Menschen, die diese erneut exotisieren. 

Die Gewaltdimensionen, die mit Versklavung und Verschleppung von Menschen einhergehen und der Rassismus in der deutschen Gesellschaft, wie er sich in der Zeit der Frühaufklärung auch in Amos Leben ausdrückte, werden durch die einseitige Darstellung nicht angesprochen.

Der Artikel löst bei uns Empörung und Wut aus!

Wir fordern eine angemessene und rassismuskritische Auseinandersetzung mit deutscher Geschichte und eine würdevolle Erinnerungskultur, in der Schwarze Geschichte den entsprechenden Platz bekommt.

Wir freuen uns über jeglichen Support und aktuell ganz besonders über die Verbreitung dieser Stellungnahme und Werbung für uns als Teilnehmende im Global Goals Lab Online-Voting:
https://voting-socialimpact.eu/voting/Global%20Goals%20Lab%202020%20-%202021/project/44

Kurzlink (Global Goals Lab Voting):
https://bit.ly/3tE4dg2

Mehr Information über das Projekt:
https://antonwilhelmamoerbschaft.org/2020/11/24/projektskizze/

Facebook (Anton Wilhelm Amo Erbschaft):
https://www.facebook.com/antonwilhelmamo

Instagram (Decolonize Niedersachsen):
https://www.instagram.com/decolonizeniedersachsen/

*** english version below ***

Nach intensiven Wochen des Vorbereitens und Findens möchten wir nun mit allen unseren Partner*innen zusammenkommen und gemeinsam einen Raum des Austausches und der Orientierung schaffen.

Dazu wird am 13. und 14. Februar 2021 unser Kick-Off des Projektes „Anton Wilhelm Amo Erbschaft (AWAE)“ stattfinden. Dieser wird als digitale Veranstaltung in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen e.V. durchgeführt und gefördert durch Engagement Global mit Mitteln des BMZ.

An diesen zwei Tagen soll unsere zukünftige Projektarbeit geplant werden. Um unsere Ziele zu erreichen, werden darum Multiplikator*innen ausgebildet, die sich intensiv mit den Voraussetzungen einer diskriminierungssensiblen und rassismuskritischen Arbeit auf Augenhöhe auseinandersetzen. Auf Basis des Gelernten und in Bezug zu unserem gemeinsamen Vorhaben werden wir dann ein Konzept zur Demokratisierung und Dekolonialisierung zivilgesellschaftlicher Prozesse im Bereich der Menschenrechtsarbeit entwickeln.

Wir sind dankbar dafür, dass schon so Vieles in der letzten Zeit passiert ist und sehen zugleich, dass wir noch am Anfang des Projektes stehen. Insgesamt dient somit die Veranstaltung besonders als Weiterbildung und Vorbereitung der regionalen, länderübergreifend und auch internationalen (insbesondere deutsch-ghanaischen) Zusammenarbeit. Hierzu wird unter anderem die moderierte Arbeitsorganisation von ehrenamtlichen Multiplikator*innen wertvolle Impulse liefern.

Wir freuen uns sehr auf ein produktives Treffen voller neuer Ideen und Inspiration. Wenn ihr also Fragen habt oder Teil des Projekts werden wollt, nehmt gerne zu uns Kontakt auf.

Die Teilnehmer*innenzahl für das Kick-Off ist begrenzt. Anmelden könnt ihr euch unter: decolonize-niedersachsen@posteo.de

*** english version ***

After intensive weeks of preparation and finding, we would now like to come together with all our partners and create a space for exchange and orientation.

For this purpose, our kick-off of the project „Anton Wilhelm Amo Erbschaft (AWAE)“ will take place on 13 and 14 February 2021. This will be held as a digital event in cooperation with the Rosa Luxemburg Foundation Lower Saxony e.V. and Engagement Global the Kick-Off.

During these two days, we will plan the further work of our project. In order to achieve our goals, multipliers will be trained to deal intensively with the prerequisites of discrimination-sensitive and racism-critical work on eye level. Based on what we have learned and in relation to our joint project, we will then develop a concept for the democratisation and decolonisation of civil society processes in the field of human rights work.

We are grateful that so much has already happened recently and at the same time we see that we are still at the beginning of the project. All in all, the kick-off serves as further training and preparation for regional, transnational and international (especially German-Ghanaian) cooperation. Among other things, the moderated work organisation of volunteer multipliers will provide valuable impulses for this.

We are looking forward to a productive meeting full of new ideas and inspiration. So if you have any questions or want to be part of the project, please feel free to contact us.

The number of participants for the kick-off is limited. You can register at: decolonize-niedersachsen@posteo.de

*** English version below ***

Shama.  

Shama

Es ist Nachmittag. Ich steig in ein share-Taxi. Eine junge Frau mit Kind sitzt neben mir, fragt mich wo ich hinmöchte. Ich sage ihr: zum Grab von Amo. „Wer ist Amo?“ Ja, also da bei der Burg bei San Sebastian. „Ah, ok, möchtest du dir das angucken?“ Ich sage zu ihr: ja. Wir fahren, ein älterer Herr sitzt vorne. Er sagt: „Ach, sie möchte zu dieser Burg, zu diesem Castle“. Der Driver sagt ja. Die junge Frau sagt mir: „Weißt du was, der ältere Herr muss eh in die Richtung, der zeigt dir dort alles.“ Ich bedanke mich. Es dauert eine Weile, dann kommen wir an.  

Ich sehe vor mir eine weiße Burg. Daneben das Grab Amos. Ich schaue um mich, sehe Menschen, die ihrem Alltag nachgehen: Kinder, die auf der Straße spielen, Leute, die ihr Essen erkaufen. Ich bin verwundert. An der Burg laufe ich vorbei, sehe plötzlich das Grab, das ich schon kenne – aus dem Film von John Kantara. Langsam gehe ich näher. Der ältere Mann fragt: „Ist dies das Grab, das du dir ansehen wolltest?“ Ich sage ja.  

Er fragt: „Und wer ist das?“ Ich sage: Anton Wilhelm Amo – weißt du nicht, wer das ist? „Ach weißt du junge Frau, hier sind viele Menschen begraben.. Aber der hier ist wohl aus den „ancient days“ oder?“ Ja sage ich. Und er hat eine sehr wichtige Bedeutung. „Also hier kommen immer so weiße Leute hin, die malen dann das Castle wieder weiß an, aber um das Grab kümmert sich keiner. Das muss eine wichtige Person gewesen sein, oder?“ Ja sage ich, auf jeden Fall.  „Da müsste sich eigentlich jemand um das Grab kümmern, oder?“ Ja. Er sagt: „Aber hier sind so viele Gräber, so viele Gräber. Weißt du junge Frau, ich wurde hier geboren. Hier sind so viele Menschen begraben.“  

Ich schaue mir das Grab genauer an, gehe dann ans Meer und frage mich: Meer, voller Bewunderung stehe ich vor dir, Meer, ich kann nicht mehr. Zu wissen, dass hier Blut war, dass du das Blut weggetrieben hast. Du sorgst für uns. Du sorgst für uns, du beruhigst uns. Du bist für uns da. Meer… geht noch mehr?  

Ich kehre um, nehme das nächste Taxi und fahre zurück nach Takoradi. Auf der Fahrt mache ich mir Gedanken, was es mit mir macht zu wissen: Da ist diese Burg San Sebastian – und dann ist da dieses Grab, verwahrlost, und dann gibt es noch das Meer.  

Irgendwie kriege ich es nicht zusammen. Black Lives Matters. Black Lives really matters? Matters Matters? Ich meine, da ist einmal diese Burg, da ist einmal das Grab. Burg, Grab, Menschen – ich kann nicht.

Ich muss jetzt den Stift fallen lassen und das jetzt erstmal auf mich wirken lassen. Es ist viel. Es ist viel zu verarbeiten, viel zu tragen.  

Ich erinner mich. Berlin, Erinnerungsort. Straße. N*-Straße? M*-Straße. Nun Anton Wilhelm Amo Straße. Und was passiert hier? Warum gibt es keine Zusammenführung? Ich verstehe es nicht. Ich krieg es nicht zusammen. Ich kann nicht mehr. Meer. Und ich lausche dem Meer und fahre weiter und fahre weiter und fahre weiter.  

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Anton Wilhelm Amo’s Grave

Shama.

Shama

It is afternoon. I get into a share cab. A young woman with a child sits next to me and asks me where I want to go. I tell her: to Amo’s grave. „Who is Amo?“ Yes, so there at the castle near San Sebastian. „Ah, ok, do you want to go see it?“ I say to her: yes. We drive, an older gentleman sits in front. He says: „Ah, she wants to go to this castle, to this castle„. The driver says yes. The young woman tells me, „You know what, the older gentleman has to go that way anyway, he’ll show you around there.“ I thank her. It takes a while, then we arrive.

I see a white castle in front of me. Next to it is Amos Grave. I look around me, see people going about their daily lives: Children playing in the street, people buying their food. I am amazed. Walking past the castle, I suddenly see the grave I already know – from the film by John Kantara. Slowly I walk closer. The older man asks, „Is this the grave you wanted to see?“ I say yes.

He asks, „And who is that?“ I say: Anton Wilhelm Amo – don’t you know who that is? „Oh you know young lady, there are many people buried here…. But this one is probably from the „ancient days“ right?“ Yes I say. And it has a very significant meaning. „Well, white people always come here, they paint the castle white again, but nobody cares about the grave. That must have been an important person, right?“ Yes I say, definitely. „Somebody would have to take care of the grave, wouldn’t they?“ Yes. He says, „But there are so many graves here, so many graves. You know young lady, I was born here. There are so many people buried here.“

I look more closely at the grave, then go to the sea and ask myself: Sea, full of admiration I stand before you, sea, I can no longer. Knowing that there was blood here, that you drove the blood away. You take care of us. You care for us, you reassure us. You are there for us. Sea… is there more?

I turn around, take the next cab and drive back to Takoradi. On the way, I think about what it does to me to know: There is this castle San Sebastian – and then there is this grave, neglected, people and then there is the sea.

Somehow I can’t get it together. Black Lives Matters. Black Lives really matters? Matters Matters? I mean, on the one hand there’s this castle, and then again there’s the grave. Castle, grave, people – I can’t.

I have to drop the pen now and let this sink in. It’s a lot. It’s a lot to process, a lot to carry.

I remember. Berlin, place of remembrance. Street. N* Street? M* Street. Now Anton Wilhelm Amo Street. And what happens here? Why is there no merge? I don’t understand it. I can’t get it together. I can’t anymore. Sea. And I listen to the sea and go on and go on and go on.

Vom 3. – 16. Februar könnt ihr hier für uns abstimmen! 😀
From February 3rd to 16th you can vote for us using this link! 😀

*** English version below ***

Wir freuen uns, bekanntgeben zu können, dass unser Projekt Anton Wilhelm Amo Erbschaft sich für die Teilnahme am Global Goals Lab 2020/21 qualifiziert hat!

Das Programm unterstützt soziale Initiativen, die sich für die Erreichung der Sustainable Development Goals einsetzen, indem es Informationen, Vernetzungsmöglichkeiten und Unterstützung bei der Entwicklung ihrer Geschäftsmodelle bietet. Es wird gemeinsam von der Deutschen Bank und der Social Impact gGmbH durchgeführt.

Faire Bildung, Faire (Überlebens-) Chancen! Unser Projekt verfolgt diese nachhaltigen Ziele – Sustainable Development Goals (SDGs):

Zugang zu hochwertigen Bildung (SDG 4)

Unser Projekt macht sich dafür stark, dass sich dies in Zukunft ändert! Da wir uns in der UN Dekade gegen Rassismus & Diskriminierung – die zugleich auch die Internationale Dekade für Menschen Afrikanischer Abstammung ist – befinden, möchten wir mit unserer Initiative das Thema gerechte und hochwertige Bildung fokussieren. Es gibt zu wenig Bemühungen seitens der Mehrheitsgesellschaft um koloniale, rassistische Strukturen und Kontinuitäten abzubauen. Um neue Bildungszugänge zu schaffen, ist es essentiell Schwarze Menschen (z.B. durch Gedenktafeln zu Anton W. Amo) zu würdigen. Bildung muss sich postkolonial verorten und dekolonisierend wirken. Anders kann sie im globalen Kontext nicht mehr gedacht werden. In Deutschland wird noch immer nicht tiefgründig genug über die Rolle von Deutschland im Kolonialismus und seine Verwicklung in der Verschleppung von versklavten Menschen aus Afrika gesprochen. Dies zeigt sich in dem Ausklammern des deutschen Kolonialismus im Schulunterricht und auch in der Wissenschaft wird das Thema weitestgehend gemieden. Anton Wilhelm Amos Erbe leistet auf dekolonialer Ebene im Sinne von Black Lives Matter einen sozialpolitischen Beitrag gegen die einseitige deutsche Geschichtsschreibung und stärkt das Bewusstsein für die Notwendigkeit der Anti-Diskriminierungsarbeit. Wir werden Bildungsmaterial produzieren (digitale Bibliothek über Schwarze Geschichte in Deutschland/App), das auch Universitäten in Afrika zugänglich gemacht werden soll.

Keine Armut (SDG 1), Weniger Ungleichheiten (SDG 10) und Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum (SDG 8)

Verbrechen des deutschen Kolonialismus sind aus dem kollektiven Gedächtnis weitgehend verdrängt worden. Wir möchten das Konzepte zur kolonialen Aufarbeitung in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen voranbringen. In Aktionen haben wir darauf aufmerksam gemacht. Viele Menschen afrikanischer Herkunft suchen aufgrund der aufgrund der Auswirkungen des Kolonialismus (wie Kriegen, Hungersnot, politische Verfolgung) in ihren Herkunftsländern in Deutschland Zuflucht. Kolonialismus hat zu Abhängigkeiten zum Globalen Norden geführt, die bis heute andauern. In Deutschland sehen wir, dass vor allem Schwarze Menschen von Armut betroffen sind, auch in der Pandemie Covid-19. In Ihrer Bildungslaufbahn und am Ende auch auf dem Arbeitsmarkt haben sie mit Diskriminierung zu kämpfen. Davon sind besonders afrikanische Frauen und Mädchen betroffen.

Das Global Goals Lab besteht aus verschiedenen Komponenten, die in den nächsten fünf Monaten stattfinden werden. Dazu gehören ein virtuelles Barcamp im November, eine 3-monatige Kollaborationsphase für teilnehmende Organisationen, ein Online-Voting und eine spezielle Challenge, um die vielversprechendsten Projekte zu identifizieren, ein 4-tägiges Coaching-Seminar in Frankfurt, gefolgt vom finalen Pitch der sechs besten Projekte, die um Preise im Wert von 35.000 Euro konkurrieren.

***** English version *****

Thank you, Global Goals Lab 2020/21 – We are in!

We are pleased to announce that the Anton Wilhelm Amo Inheritance project has qualified to participate in the Global Goals Lab 2020/21!

The program supports social initiatives working to achieve the Sustainable Development Goals by providing information, networking opportunities and support in developing their business models. It is implemented in collaboration by Deutsche Bank and Social Impact gGmbH.

Fair education, fair (survival) opportunities! Our project pursues these Sustainable Development Goals (SDGs):

Access to high-quality education (SDG 4)

Our project is committed to changing this in the future! As we are positioned in the UN Decade against Racism & Discrimination – which is also the International Decade for People of African Descent – our initiative focus on the issue of equitable and quality education. There are not enough efforts on the part of the majority society to dismantle colonial, racist structures and continuities. In order to create new access to education, it is essential to honor Black people (e.g. through memorial plaques to Anton W. Amo). Education must be postcolonial and decolonizing. It cannot be understood in any other way in the global context. In Germany, the role of German colonialism and involvement in the abduction of enslaved people from Africa is still not sufficiently discussed in depth. This is reflected in the exclusion of German colonialism in school curricula, and the topic is also largely avoided in academia. Anton Wilhelm Amos heritage makes a socio-political contribution on a decolonial level in the sense of Black Lives Matter against the one-sided German historiography and raises awareness for the necessity of anti-discrimination work. We will produce educational material (digital library on Black History in Germany/app), which will also be made available to universities in Africa.

No poverty (SDG 1), Less inequality (SDG 10) and Decent work and economic growth (SDG 8).

Crimes of German colonialism have been largely silenced from the collective memory. We would like to promote the concepts of colonial reappraisal in Lower Saxony, Saxony-Anhalt and Thuringia. We have drawn attention to this in campaigns. Many people of African descent seek refuge in Germany because of the effects (such as wars, famine, political persecution) of colonialism in their countries of origin. Colonialism has led to dependencies on the Global North that have persisted to this day. In Germany we see that especially Black people are affected by poverty, also in the pandemic Covid-19. In their educational career and in the end also on the labor market they have to fight with discrimination. African women and girls are particularly affected by this.

The Global Goals Lab consists of various components which will take place over the next five months. These include a virtual bar camp in November, a 3-month collaboration phase for participating organizations, an online voting and a special challenge to identify the most promising projects, a 4-day coaching seminar in Frankfurt, Germany, followed by the final pitch of the top six projects to compete for prizes valued 35,000 Euro.

*** You can find the English version here ***

Diese Woche jährt sich das Ende der deutschen Kolonialherrschaft am 25.11.1918. Zum 100. Jahrestag stellten bereits vor zwei Jahren eine Vielzahl an Gruppen weitreichende Forderungen zur Dekolonisierung, kritischen Aufarbeitung und Auseinandersetzung mit der deutschen Kolonialgeschichte. Hieran knüpft unser Projekt „Anton Wilhelm Amo Erbschaft“ an.

Mit dem Projekt wollen wir in Anlehnung und würdevoller Erinnerung an Anton Wilhelm Amo Dekolonisierung vorrantreiben.

So gibt es zum Beispiel bereits Rundgänge in Städten in denen Amo lebte, die ausgeweitet werden sollen. Dies sehen wir als einen Baustein, um eine empowernde überregionale Erinnerungskultur bezüglich der deutschen Kolonialherrschaft zu fördern.

Weitere Elemente der empowernden Bildungsarbeit, die wir in diesem Projekt verankern möchten, sind:
– eine digitale Bibliothek, die die Werke von und über Amo international für alle Menschen zugänglich macht,
– Unterrichtskonzepte für Schulen, um Schwarze Geschichte in die Curricula zu integrieren,
– Schulpartnerschaften zwischen Deutschland, Togo und Ghana,
– Lehrveranstaltungen an Hochschulen,
– Vernetzung durch gemeinsame Publikationen und Veranstaltungen wie ein internationales Symposium an Partneruniversitäten in Niedersachsen und Ghana zum 270. Geburtstag Amos im Jahr 2023,
– einen jährlichen, wandernden Preis für ehrenamtliches Engagement ins Leben rufen.

In der Projektskizze beschreiben wir näher, welche Bestandteile das Projekt umfassen soll – falls du mehr erfahren willst, kannst du sie hier als PDF runterladen 🙂

Wir schauen motiviert auf die kommenden Monate, freuen uns auf die Zusammenarbeit und sind gespannt auf kommende Kooperationen und Möglichkeiten.